Achtung, fertig, Held!

Mit Kindern auf Fahrradtour

Unsere Tipps für eine sichere und gelungene Urlaubsreise

Wenn das Wetter mitspielt, sind Urlaubsreisen mit dem Fahrrad eine gute Wahl für Familien: Bewegung und frische Luft sorgen für den perfekten Ausgleich zum Arbeits- und Schulalltag. Man ist zeitlich flexibel und kann jederzeit Pausen einlegen, wenn man sie braucht oder einen schönen Ort dafür gefunden hat.

Doch nicht nur ungünstige Witterungsverhältnisse können für dunkle Stimmung sorgen – auch nicht ausreichende Planung, Pannen und müde oder gelangweilte Kinder können zu Stress führen. Damit Sie entspannt mit der Familie durch den Urlaub radeln können, haben wir Ihnen hier ein paar Tipps zusammengestellt.

Gut geplant und vorbereitet

Die erste Frage, die geklärt werden sollte, ist natürlich, ob alle Fahrräder passend und fit für die Fahrradtour sind. Und: Fahren die Kinder selbst oder sind sie nur Mitfahrer?

  • Kinder als Mitfahrer: Je nach Streckenlänge sollten Sie hier überlegen, ob Kindersitz oder Anhänger ausreichen (Hinweise dazu finden Sie hier) oder sich doch die Anschaffung oder Ausleihe eines Lastenfahrrad mit Elektroantrieb lohnt (sehen Sie hierzu auch unseren Artikel zum Thema Lastenfahrrad). Für sehr kleine Kinder eignet sich eine Babyhängematte für den Anhänger oder die Transportbox – das schont die Wirbelsäule.
  • Kinder als Selbstfahrer: Informationen zum verkehrssicheren Fahrrad finden Sie in hier. Binden Sie Ihr Kind beim Vorab-Check der Fahrräder aktiv mit ein. Mit Friedas Fahrradcheck lernen sie spielerisch, was zu einem verkehrssicheren Fahrrad gehört. Und gehen Sie vorab mit den Kindern nochmal die wichtigsten Verkehrsregeln durch (mehr Informationen: Sicher Fahrradfahren).
  • Überprüfen Sie außerdem vorher gemeinsam Bremsen, Luft und Schrauben aller Fahrräder.

Unser Hinweis: Bei Fahrradtour-unerfahrenen Kindern gehen Sie mit einer Tandemkupplung auf Nummer Sicher – damit können Sie das Kinderfahrrad an ihres hängen und die Kinder können mitradeln oder auch mal pausieren, wenn es nicht mehr geht.

Neben den fahrbaren Untersätzen sollte auch die Fahrtstrecke gut vorbereitet werden. Nutzen Sie spezielle Fahrradkarten – digitale Routenplanung wird zum Beispiel angeboten von Falk, Komoot und Naviki. Achten Sie bei der Planung auf folgende Punkte:

  • Nicht zu lange Strecken planen. Um sicher zu gehen, gilt für Grundschulkinder erst einmal bis zu 15 km am Stück (es sei denn, Sie nutzen eine Tandemkupplung). Das können Sie dann langsam steigern.
  • Auf die Beschaffenheit achten: geeignete Fahrbahnen (möglichst reine Radwege) mit Schatten und ohne starke Steigungen.
  • Schlafplätze, wenn möglich, vorab reservieren.

Fahren die Kinder selbst oder sind sie nur Mitfahrer?

Achtung: Kinder unter 8 Jahren dürfen nicht auf der Straße fahren!

Für alle Fälle gerüstet

Klar, auf Fahrradtouren möchte man so wenig Gepäck wie möglich dabeihaben. Allerdings ist es auch wichtig, auf viele Eventualitäten vorbereitet zu sein. 

Unsere Must-Have-Liste öffnen

  • Gepäckhalterung
  • Getränkehalterung
  • Snacks und Getränke (weitere Tipps hierzu weiter unten)
  • Fahrradnavigation oder Halterung für das Smartphone
  • Flickzeug, Fahrradpumpe, Werkzeug, Ersatzschläuche
  • Reiseapotheke (finden Sie hier unsere Checkliste als PDF)
  • Funktionskleidung für verschiedene Wetterbedingungen: Sich im „Zwiebellook“ zu kleiden ist ratsam (T-Shirt unter Pulli unter Regenjacke bzw. wasserfeste Hosen mit abtrennbaren Beinen). Beachten Sie hierbei: Kleine Mitfahrer, die sich selbst nicht bewegen, frieren schneller.
  • Und auf keinen Fall vergessen: Helm tragen! (Weitere Hinweise zum sicheren Kinderhelm finden Sie hier.)

Wichtig!

  1. Sorgen Sie für gute Sichtbarkeit mit Reflektoren, Warnwesten und Fahrradwimpeln.
  2. Ein passender Helm für jeden ist ebenfalls ein absolutes Muss.

Für Power und Ausdauer sorgen

Machen Sie häufige Pausen, damit die Kinder Laune und Kraft behalten:

  • Alle 30 - 60 Minuten eine Trinkpause einlegen.
  • Für eine Stärkung unterwegs brauchen Sie schnelle Energielieferanten, die nicht matschen: Kekse, Müsliriegel, Minikarotten, Studentenfutter und Traubenzucker.
  • Gute Durstlöscher sind Wasser, Tee oder verdünnter Fruchtsaft (2 Liter pro Fahrer sollten Sie einplanen.)
  • Babys sollten in der Pause ordentlich krabbeln und Kinder sich bewegen bzw. entspannen.

Wir haben Ihnen hier spielerische Power-Übungen für Kinder, die nur mitfahren und Entspannungs-Übungen für Kinder, die mitstrampeln, zusammengestellt.

Entspannungsübungen auf Fahrradtour.pdf(995 KB)
Bewegungsübungen für Pausen.pdf(1 MB)

Achtung - Sicherheit geht vor!

Notfalls, zum Beispiel bei großer Müdigkeit, brechen Sie die Tagestour auch mal früher ab – Sicherheit geht hier vor!

Ideen gegen Langeweile

Bei längeren Strecken kann schon mal Langeweile bei den Kleinen Mitfahrern aufkommen. Hier ein paar Ideen, um dieses zu vermeiden:

Für Babys:

  • etwas zum Knistern oder Rasseln anbringen.
  • kleine, weiche Spielzeuge

Für ältere Kinder: 

  • Verkehrszeichen entdecken: Motivieren Sie Ihr Kind Verkehrszeichen zu entdecken und deren Bedeutung richtig zu nennen. Vergeben Sie dafür Punkte. Je mehr Punkte – desto mehr Eiskugeln zum Nachtisch oder so ;)
  • Kinder im Anhänger oder in der Transportbox können unser Verkehrszeichen-Bingo spielen
  • Oder spielen Sie gemeinsam „Landschafts-Bingo“: Legen Sie fest, was jeder unterwegs „finden“ soll (Kühe, Pferde, Rehe, rotes Auto, bestimmte Bäume, Traktor, Schafe, eine Kirche etc.). Wer findet die meisten Sachen zuerst? Die selbst fahrenden Kinder können das mündlich spielen (natürlich nur auf ruhigen Fahrradwegen). Für die mitfahrenden Kinder können Sie hier das PDF "Landschafts-Bingo" zum Abhaken herunterladen.
  • Lassen Sie Ihre Kinder zu Geschichten-Erfindern werden oder umgekehrt: Aus zugerufenen Wörtern wird eine improvisierte Geschichte erzählt.
  • Für die Pause: Rätsel- und Mitmachbücher, wie z. B. unser „Rätselspaß mit ADACUS“, unser Suchsel mit Frieda und Felix oder leichte Bücher, wie z. B. Pixi-Bücher. 
  • Für den Anhänger oder die Transportbox: Hörbücher oder Musik. Beachten Sie hierbei: Kopfhörer für das Kind sollten mit Bluetooth funktionieren, damit es keine Gefährdung durch das Kabel gibt.
  • Erfolge festhalten und Herausforderungen bieten: Tracken Sie gemeinsam die gefahrenen Kilometer und halten diese jeden Tag fest. Drucken Sie sich z.B. die Strecke aus und markieren den Fortschritt gemeinsam am Ende des Tages. Stellen Sie dabei keine Anforderungen – neue Ziele wird sich Ihr Kind vielleicht sogar selbst stecken. Und das wird jeden Abend gefeiert!

Unser Hinweis: Wenn es der Fahrradweg möglich macht, ist es ideal, wenn ein Erwachsener neben dem fahrenden Kind bzw. neben dem Anhänger oder der Transportbox fährt – das erleichtert die Kommunikation und ermöglicht ein paar Spiele zwischendurch.

Auf Straßen oder engen Radwegen gilt ansonsten: Kinder immer in der Mitte fahren lassen!

Wir wünschen Ihnen und Ihren Kindern eine gute und sichere Fahrradtour!